
Erste Hilfe bei Problemen im Wochenbett
Aller Anfang ist schwer
Die erste Zeit mit dem Baby ist schön und schwer zugleich. Meist plagen junge Mütter die gleichen Sorgen, bis sich alles eingespielt hat. Die Duisburger Hebamme Kay Saskia Beckmann gibt wertvolle Ratschläge bei Wochenbettproblemen:
1. Bis wann geht das sogenannte Wochenbett?
Das Wochenbett umfasst den Zeitraum bis acht Wochen nach der Geburt.
2. Welche Probleme treten am häufigsten auf?
Die häufigsten Probleme sind Stillprobleme, Rückbildungsstörungen, Gedeihstörungen beim Kind (Kind nimmt nicht genügend zu).
3. Wie häufig kommt die Hebamme in der Zeit des Wochenbetts?
Die ersten zehn Lebenstage täglich, danach sind noch 16 Besuche bis zur achten Lebenswoche vorgesehen. Bei Mehrbedarf sind weitere Besuche mit ärztlichem Attest möglich. Nach den acht Wochen kann man noch vier weitere Termine beanspruchen bei Ernährungs- und Stillproblemen.
4. Wie kann die Heilung des kindlichen Nabels begünstigt werden?
Durch Nichtstun und Luft ranlassen, mit dem Baden warten bis der Nabel abgeheilt ist.
5. Mein Baby hat eine „Lieblingsbrust“. Wie kann ich es an die andere Seite gewöhnen?
Konsequent an der anderen Seite anlegen, vorher dort die Brust anwärmen mit einem Kirschkernkissen und etwas Milch ausstreichen. Die Brustwarzen so formen, dass der Säugling sie gut packen kann.
6. Die Brustwarzen sind spröde und blutig vom Stillen. Was kann man tun?
Anlegetechnik durch die Hebamme überprüfen lassen. Nach dem Stillen Muttermilch darauf verteilen und an der Luft trocknen lassen. Stilleinlagen aus Wolle/Seide verwenden. Vor dem Einpacken der Brust ganz dünn Wollfett auftragen. Evtl. Homöopathie oder Akupunktur nach Anweisung der Hebamme.
7. Der Dammschnitt verursacht Schmerzen. Wie lange halten die an?
In der Regel sollte der Schmerz nach circa zehn Tagen aufhören, weil die Naht bis dahin verheilt sein sollte, aber letztendlich kommt es auf die Art des Schnittes an, wie die Wundheilung generell bei der einzelnen Frau verläuft und wie sie sich mit dem Schnitt verhält (Beine möglichst nicht spreizen, kein Schneidersitz, viel Liegen, wenig Sitzen usw.).
8. Beim Stillen schmerzt mein Unterleib. Ist das normal?
Ja, das ist normal. Beim Stillen wird das körpereigene Hormon Oxytocin (Wehenmittel) ausgeschüttet, das bewirkt, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht und sich damit zurückbildet.
9. Warum fallen mir die Haare büschelweise aus?
Durch den Wegfall der Schwangerschaftshormone nach der Geburt fallen die Haare aus, die in der Schwangerschaft nicht ausgefallen sind aufgrund des hohen Östrogenspiegels. Die meisten Frauen haben deshalb in der Schwangerschaft tolle, dichte Haare.
10. Ab wann kann ich zur Rückbildungsgymnastik?
Rückbildungsgymnastik wird je nach Geburtsmodus (Spontangeburt/Kaiserschnitt) nach sechs bis acht Wochen empfohlen. Schön wäre, wenn die betreuende Hebamme im Wochenbett ein paar Übungen zeigt (Wochenbettgymnastik), um schon mal ein bisschen Spannung im Beckenboden aufzubauen und die Wirbelsäule zu entlasten
Das Interview führte Ariela Cataloluk.

